Die Kleidung macht`s - gerade beim Snowboarden

Boarder haben unangefochten die Coolness im Sport erfunden. Während Skifahrer noch brav im Old-School-Style die Hänge hinunterwedelten, haben Boarder längst das lässige Carven entdeckt. Durch eine gewisse Nähe zur Hip-Hop-Kultur konnte man Boarder (im Schnee oder im Sommer in der Halfpipe) auch von Anfang an mit weit sitzenden Klamotten und echten modischen Statements sehen – zu einer Zeit als Jogger noch mit kleinen blauen Höschen durch die Welt liefen, die kaum den Oberschenkel bedeckten. Und dass Wintersport in all seinen Disziplinen heutzutage auch eine Frage des guten Modegeschmacks ist, hat die Menschheit der Attitüde der entspannten Skater und Boarder zu verdanken. Deswegen ist es auch nicht verwunderlich, dass Boarder in der Zeit der grellen Farben und lässigen Schnitte auf den Skipisten, die Gegenbewegung starten und auf dezente Outfits mit witzigen Highlights setzen.

Kapuze oder coole Mütze ist Pflicht

Vor allem die Kapuze haben Snowboarder als Markenzeichen für sich gepachtet. Ob in Form eines Hoodies oder als Jacke mit Kapuze, dies scheint das oberste Erkennungsmerkmal der Szene zu sein und ist daher nach wie vor stark vertreten. Kapuzen funktionieren stylistisch gesehen aber meist nur mit weit sitzenden Outfits und fallen daher bei den aktuellen figurbetonten Schnitten meist weg. Um nicht in die Gefahrenzone der Spießigkeit der Skifahrer zu geraten, ist daher jedem Snowboarder dringend eine coole Mütze zu empfehlen. Wolle hat sich als Material in den letzten Jahren wieder durchgesetzt und die Synthetik-Ära beendet. Eine echte Boardermütze ist die Beanie, denn sie sitzt genauso locker, wie man das von einem Snowboarder erwartet. Knallige Farben sind Pflicht, und zwar sowohl in Kombination mit bunter Jacke und Hose als auch als Highlight für ein ansonsten dezentes Gesamtkonzept.

Muster erlaubt, Farben erwünscht

Ganz allgemein kann man aber feststellen, dass Konventionen nicht sehr ausgeprägt sind unter den Boardern. Erlaubt ist grundsätzlich, was gefällt. Deswegen halten sich auch nach wie vor bunte Jacken mit Prints ebenso wie einfarbige Jacken. Komplett Ton in Ton ist bei den Skifahrern in Mode, bei den Snowboardern ist dieser Perfektionismus nicht angekommen. Freestyle auf der Piste, Freestyle beim Outfit, das ist das Motto, das Snowboarder leben. Mit einer einfarbigen Hose kann man beinahe jede Jacke kombinieren, mit oder ohne Muster, lässig weit oder körperbetont eng, hier geht einfach alles.

Funktionalität gewinnt

Der Punkt, in dem Snowboarder in den letzten Jahren am meisten nachgerüstet haben, ist die Funktionalität der Kleidung. Da auch Snowboarden nicht nur lässiges Sitzen auf der Piste, sondern schweißtreibender Hochleistungssport sein kann, geht der Trend bei den Snowboardern auch immer mehr zur Funktionskleidung, wie sie Skifahrer oder Tourengeher verwenden. Ein gutes Funktionsunterhemd nimmt Feuchtigkeit auf und hält daher warm, auch wenn man zwischendrin wieder eine Ruhephase einlegt. Um auch auf ausgefallene Moves und Sprünge vorbereitet zu sein, ist elastisches Material gefragt.

Nur gut geschützt in den Funpark

Ein wichtiges Element ist für die meisten Boarder der Funpark. Kicker, Boxes und Rails lassen die Herzen echter Boarder höher schlagen. Am Anfang gehört eine große Portion Überwindung dazu, aber schon bald ist das Tüfteln an Tricks wie eine Sucht, die man immer mehr steigern möchte. Die meisten Skigebiete haben inzwischen reagiert und stellen Funparks für Snowboarder zur Verfügung, echte Cracks bauen sich Ihre Schanzen auch selbst oder trainieren auf Treppengeländern (nicht empfohlen!). Spektakuläre Sprünge und Slides sind aber keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis harter Arbeit und anfänglicher Rückschläge. Diese sind unvermeidlich mit Stürzen verbunden. Da Stürzen zum Boarden dazugehört wie zu kaum einer anderen Sportart, ist es auch unerlässlich, auf entsprechende Sicherheitsausrüstung zu achten.

Ein Helm ist oberstes Gebot, Rückenprotektoren sind dringend zu empfehlen. Knie- und Handgelenkschoner sind vor allem für Anfänger ratsam, aber auch Profis verzichten nur ungern auf den zusätzlichen Schutz. Wer schwerpunktmäßig im Funpark ist, sollte auch über einen Kieferschutz nachdenken. Es mag sein, dass Snowboarden mit vielen Stürzen verknüpft ist, aber kaum ein Freizeitsport ist so aufgerüstet, wie Boarden und deshalb ist die tatsächliche Verletzungsquote zum Glück auch relativ niedrig, vergleichen mit Zusammenstößen oder Stürzen auf der Skipiste. Und das Gute am Boarden ist, dass sogar Stürze eine gewisse Coolness ausstrahlen.